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Lehren mit Social Media

Unter dem Titel „Veranschaulichung und Präsentation von Unterrichtsinhalten unter Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien“ trafen sich am gestrigen Samstag 21 Kolleginnen und Kollegen der Berufsbildenden Schulen I in Dessau zu einer schulinternen Lehrerfortbildung (SCHILF), um sich zum Thema auszutauschen. Im Mittelpunkt stand vor allem die Frage, wie vor allem die sog. Social Media-Tools die Zukunft der eigenen schulischen Arbeit beeinflussen. Im Privatbereich ist die Nutzung relevanter Tools (Youtube, Soziale Netzwerke …) schon fast selbstverständlich. Interessant ist aber die Frage, wie sich diese Werkzeuge auch mit Blick auf das Nutzungsverhalten unserer Schüler in den Lehralltag integrieren lassen.

Die Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung wurde von mir übernommen. Hierbei setzte ich schon in der Vorbereitung konsequent auf WEB 2.0. Die Kommunikation wurde über unsere schuleigene  Moodle-Plattform  realisiert. Um darüber hinaus aktuelle Möglichkeiten aufzuzeigen, wurde das derzeitige Nutzungsverhalten der Teilnehmer hinsichtlich der Erstellung von Unterrichtsmaterialien, der Arbeit mit Social Media-Plattformen usw. über ein GoogleDoc-Formular abgefragt. Fragen und Erwartungen wurden auf einer Wallwisher-Pinnwand gebündelt.

Zu Beginn der Veranstaltung stellte ich den Kolleginnen und Kollegen in einem Vortrag meine eigene schulische Arbeit mit Social Media rund um meine „persönliche Lehrumgebung“ vor. Der Vortrag bot Gelegenheit, in eine recht lebendige Diskussion zu treten. Im Anschluss wurde eifrig probiert und erste Ideen für die Arbeit in Richtung Lehren 2.0 :-) entwickelt. Aus der Fülle der vorgestellten Tools stießen vor allem die folgenden 3 auf besonderes Interesse:

Die Plattform bietet die Möglichkeit, Lernkarten zu erstellen und diese zum Online-Lernen, auch via Smartphone, zu nutzen.

cobocards - der perfekte Karteikartentrainer

 

 

 

 

Hierbei handelt es sich um das Microsoft-Angebot eines „virtuellen Laufwerkes“, mit dessen Hilfe Unterrichtsmaterialien in digitaler Form komfortabel verwaltet und den Schüler verfügbar gemacht werden können. Die Plattform steht hierbei exemplarisch für einige andere ähnliche Angebote.

 

Oft hat man im schulischen Alltag den Eindruck, ohne Wikipedia wären unsere Schüler völlig desorientiert. Plattformen wie wikispaces.com bieten Lehrern und Schülern die Möglichkeit, gemeinsame eigene Projekte in ähnlicher zu bearbeiten, Unterrichtsmaterialien zu teilen uvm. Erste Versuche mit einem Wiki wurden schon in der Veranstaltung gemacht.

Als Fazit der Veranstaltung kann man festhalten:

Die Veranstaltung bot eine Menge Input hinsichtlich der Möglichkeiten. Die Auswahl und Entwicklung konkreter Einsatzszenarien ist die Aufgabe der nächsten Wochen – möglichst im TEAM!

Gruppenarbeit im Präsenzunterricht via EtherPad

Bei meinen Bürokaufleuten stand heute die Einführung des Themas „Maschinenstundensatzrechnung“ im ReWe-Unterricht auf dem Plan. Die Schüler sollten sich die Grundlagen selbständig in Gruppen erarbeiten. Um Ihnen die Möglichkeit der Online-Zusammenarbeit aufzuzeigen, bin ich mit der Klasse in ein PC-Kabinett gegangen. Nach einigen technischen Vorbemerkungen haben wir live ein Etherpad eingerichtet, in dem zunächst einmal die von mir vorbereiteten Leitfragen aufgenommen wurden. Zur Veranschaulichung wurde zusätzlich das PC-Bild über Beamer projiziert. So sahen die Schüler, dass tatsächlich eine vollsynchrone Zusammenarbeit möglich ist. Bis auf diverse „Reconnects“ lief die Arbeit wunderbar und die Schüler waren begeistert, was sich auch in ihren Ideen für weitere Anwendungsmöglichkeiten äußerte. Im Internet wurden diverse Quellen genutzt und die Fragen komplett beantwortet. Das Pad wurde dann exportiert, so daß jeder Schüler am Ende einen Ausdruck für die Unterlagen hatte. Resume der Stunde. Es hat sich bewährt und wird in meinen Methodenpool aufgenommen :)

In der Folgestunde wurde das Kabinett gleich weiter genutzt und eine erste Übungsaufgabe mit Hilfe von Excel bearbeitet. Zur Ergebnissicherung habe ich wie immer einer Musterlösung auf Mister-Wong eingestellt und den Link via twitter und in unserer „facebook-Klassengruppe“ gepostet.

Kompetenzentwicklung – Soziales Lernen

Die gestrige Diskussion im Rahmen der Liveveranstaltung des OpenCourse2011 hat bei mir wieder einige Fragen aufgeworfen, welche mich zu diesem Beitrag bewegen. Ausgangspunkt für mich war die Anmerkung von Dörte Giebel  zu den Erwartungen von Weiterbildungteilnehmern hinsichtlich der Bereitstellung vorbereiteter Lernmaterialien. Hieraus leitet sich meine erste Frage ab:

  1. Wie fit sind heutige Lerner für die im Rahmen des #opco11 diskutierten Lehr- und Lernformen?

Für mich als Berufsschullehrer ergeben sich daraus auch schon die nächsten Fragen:

     2.    Welche Anforderungen stellen die Unternehmen an die „Selbstlernkompetenz“ ihrer zukünftigen Mitarbeiter?

     3.    Welche Unternehmenskultur ist erforderlich, um „Soziales Lernen“ im Unternehmen zu etablieren und Mitarbeiter hierzu zu ermutigen?

     4.    Wie bin ich als Mitarbeiter bereit, mein Wissen mit Kollegen zu teilen ( auch wenn ich mit diesen u.U. im Wettbewerb stehe)?

     5.   Wie kann ich als Lehrer Methodenkompetenz hinsichtlich selbstgesteuerten, lebenslangen Lernens vermitteln?

Zur letzten Frage möchte ich gleich einmal aus meinen eigenen Erfahrungen berichten.  Seit längerer Zeit nutze ich die Möglichkeiten des Internets, um meine Präsenzarbeit in der Schule zu flankieren. Bei kritischer Betrachtung fand diese Nutzung allerdings eher in einer Einbahnstraße statt. Interaktion Lehrer-Schüler und Schüler-Schüler ergab sich in dem von mir beaobachteten Rahmen nur in Ausnahmefällen. Auch neuere Angbote, wie die Bildung virtueller Lerngruppen und die gemeinsame Bearbeitung von Lernmaterialien läuft nur schleppend an. Mein Eindruck ist der, dass die Mehrzahl der Schüler doch wohl Sozialformen wie den klassischen Frontalunterricht incl. geplanter Tafelbilder,  1zu1 Mitschiften usw. favorisiert. Es ist schlicht bequemer, sich berieseln zu lassen ??? Gründe gibt es also genug, am Thema dran zu bleiben und zur eigenständigen Arbeit zu ermutigen. Ohne Methodenkompetenz beim Lernenden wird die Diskussion um neue Lehr-und Lernformen ins Leere laufen.

Ich freue mich auf Antworten und Kommentare!

Beste Grüße von

Jörg Bernstein

Erfahrungen der Startphase

Folgende Tools haben sich schon bestens bewährt:

  • screenr.com  Hiermit habe ich für die Vorbereitung meiner Bürokaufleute/Kaufleute für Bürokommunikation auf deren Abschlussprüfung kurze Bildschirmfilme erstellt, die noch einmal wesentliche Excel-Funktionen erläutern. Die Vorlagedateien habe ich zur Übung jeweils unter mister-wong bereitgestellt.
  • mister-wong eignet sich besten zum Verteilen von Dateien und setzen von Lesezeichen auf interessante Webseiten. Die Seitenaufrufe scheinen eine rege Nutzung durch meine Schüler zu belegen. Das Angebot richtet sich vor allem auf die Vertiefung von im Unterricht besprochenen Inhalten. Praktisch sind auch die auf der Mister-Wong-Seite bereitgestellten Schaltflächen für die Browser-Werzeugleiste. Damit ist ein schnelles markieren von Seiten möglich.

Links zu neuen Angeboten poste ich dann jeweils über twitter. Ich finde es einfach praktischer, als immer eine Mail an die Schüler zu senden.

Haaaloooo, ist da jemand!

So, jetzt kann es also mit dem bloggen los gehen. Ich bin ja schon gespannt, wie sich mein Projekt unter bernstein-training.de entwickelt. Auf jeden Fall habe ich mir vorgenommen, hier regelmäßig über den Verlauf zu berichten. Erfahrungsberichte mit Web 2.0-Tools im Lehr- und Lerneinsatz, Tipps für Schüler und Kollegen und was sich sonst noch so ergibt sollen das Angebot vervollständigen. Ich freue mich auf einen regen Erfahrungsaustausch, denn Lehren und Lernen in sozialen Netzen lebt von der Interaktion!!!